Fürst Joseph und die Sukkulenten

Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck war einer der bedeutendsten Sukkulenten-Forscher des 19. Jahrhunderts. Er sammelte diese Pflanzen („Fettpflanzen“) systematisch, kultivierte sie und beschrieb sie wissenschaftlich. Er sammelte vor allem Kakteen (Cactaceae), Agaven und Aloen sowie andere trockentolerante Pflanzen aus Amerika und Afrika.

Viele dieser Objekte erhielt er durch Botaniker, Händler und durch Expeditionen anderer Forscher, die damals neue Arten aus der Neuen Welt nach Europa brachten. Der Garten von Schloss Dyck entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum der Sukkulentenforschung.
Mit seinem Hauptwerk, dem Hortus Dyckensis von 1834, hat er die Forschung anderer zeitgenössischer Botaniker wesentlich beeinflusst. Mehrere Pflanzengattungen und Artnamen wurden zu Ehren des Fürsten oder seiner Familie benannt, darunter Dykia und Reifferscheidia.

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Die Sukkulenten: “Pflanzliche Kristalle”

Die Sukkulenten (von lateinisch sucus für „Saft“ bzw. suculentus für „saftreich“) sind saftreiche Pflanzen, die an besondere Klima- und Bodenverhältnisse angepasst sind. Je nach dem Pflanzenorgan, das zur Wasserspeicherung umgebildet ist, wird zwischen Blatt-, Stamm- und Wurzelsukkulenten unterschieden, wobei alle Kombinationen möglich sind. Obwohl Kakteen nur einen sehr kleinen Teil aller existierenden Sukkulenten ausmachen, gelten sie als die bekanntesten Vertreter der sukkulenten Pflanzen. Im Sprachgebrauch wird deshalb zwischen „Kakteen und anderen Sukkulenten“ unterschieden.

Wegen der bei den einzelnen Arten sehr unterschiedlich ausgeprägten Sukkulenz ist eine genaue Trennung zwischen sukkulenten und nicht sukkulenten Arten manchmal sehr schwierig. An der Grenzlinie liegen sowohl eher krautige oder holzige Pflanzen als auch solche, die in ihrer Rübenwurzel eher Zucker und Stärke als Wasser speichern. Sukkulenten werden gelegentlich auch als Fettpflanzen bezeichnet. Für Adalbert Stifter aber waren sie „pflanzliche Kristalle“.

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Pflanzliche
Kristalle
Sukkulenten-
sammlung

Die Sukkulentensammlung von Schloss Dyck

Das Sammeln exotischer Pflanzen war stets Teil der Adelskultur und wurde an vielen europäischen Herrensitzen praktiziert. Die zum Teil wertvollen Objekte wurden winters in Orangerien, sommers in Ziergärten präsentiert. Auch auf Schloss Dyck gab es Häuser für die Kultur fremdländischer Gewächse. Der Beweggrund für das Sammeln dort war das Interesse an der Botanik, die Sammlungsstrategie gründete auf wissenschaftlichen Kriterien. Auch ging es in der Zeit der Aufklärung immer um den Versuch, das Ausgreifen in die weite Welt auf dem eigenen Terrain zu dokumentieren.

Zu Lebzeiten des Fürsten war die Sammlung seiner Sukkulenten in Größe und Bedeutung unerreicht. Im Jahr 1834 umfasste sie rund 1.500 Pflanzen. Hierzu gehörten auch viele, die er erstmals wissenschaftlich bestimmte, beschrieb und benannte. Die Sukkulenten waren auf der Garteninsel im Schlossweiher in Gewächshäusern untergebracht. Dort gab es mehrere Glashäuser mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen für die jeweiligen Nutzungsansprüche der exotischen Gewächse: eine Orangerie (Frigidarium), ein temperiertes Gewächshaus für tropische Kakteen und Aloen, ein großes und kleines Gewächshaus, außerdem Sommerkästen und Mistbeete.

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Agave americana

Agave americana
Hundertjährige Agave

Agave attenuata

Agave attenuata
Drachenbaum-Agave

Agave bulbifera

Agave cantala
Cantala-Agave

Agave cantala

Agave cantala
Cantala-Agave

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