Der Hortus Dyckensis – ein Garten in Buchform

Der Hortus Dyckensis erschien 1834 als gedrucktes Inventar einer über Jahrzehnte aufgebauten Pflanzensammlung. Er verzeichnet über 6.500 Arten und machte die Vielfalt des Dycker Gartens erstmals umfassend zugänglich.

Das Werk des Fürsten Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck gliedert sich in drei Teile: eine Einleitung, dem alphabetischen Pflanzeninventar sowie einem abschließenden Abschnitt mit botanischen Beobachtungen. Einleitung, Lageplan und Veduten erschließen die Entstehungsgeschichte und die räumliche Struktur des Gartens. Die Anlage der Pflanzorte folgte dem natürlichen System nach Antoine-Laurent de Jussieu und orientierte sich somit am zeitgenössischen Klassifikationsstandard. Bemerkenswert ist die Breite der erfassten Pflanzen: Neben Obst, Nutzpflanzen und Gartenraritäten werden auch wild vorkommende Arten selbstverständlich mit aufgenommen. Der Hortus dokumentiert damit die Pflanzendiversität des Gartens ohne strenge Trennung zwischen „gewöhnlich“ und „besonders“. Im Pflanzeninventar wird auf jene Arten hingewiesen, zu denen im hinteren Teil des Buches ausführlichere Beobachtungen vorliegen. Diese Beschreibungen variieren von knappen Notizen zu einzelnen Arten bis zu detaillierten Ausführungen über ausgewählte Gattungen. Als Quelle dokumentiert der Hortus Dyckensis eine der bedeutenden Pflanzensammlungen seiner Zeit. Zugleich eröffnet er einen Zugang zum Garten als Wissenssystem, in dem Sammlung, Ordnung und Beobachtung eng miteinander verbunden waren.

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Entstehung und Herstellung

Der Hortus Dyckensis bündelt eine über Jahre gewachsene Sammlung – entstanden im Zusammenspiel von fürstlicher Initiative und gärtnerischer Praxis.

Der Dycker Garten war das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck und seinem Gartendirektor Wilhelm Funke. Während der Fürst die Pflanzensammlung aufbaute und konzeptionell prägte, war Funke seit 1816 maßgeblich an der Pflege, Erweiterung und Ordnung des Bestands beteiligt. Der Hortus Dyckensis fasst diesen gewachsenen Bestand in strukturierter Form zusammen. Funke wirkte insbesondere bei Inventarisierung der Pflanzen, Redaktion und Vorbereitung des Drucks an der Entstehung des Buches mit. Das Werk wurde 1834 in einer Auflage von 300 Exemplaren bei Arnz & Comp. in Düsseldorf gedruckt. Die Herstellungskosten beliefen sich auf 380 Taler, 22 Silbergroschen und 6 Pfennige. In dieser Summe war auch der von T. Emmerich signierte Lageplan des Schlossgartens enthalten. Zeitgleich entstand eine Ausgabe mit französischem Vorwort des Fürsten. Der Hortus Dyckensis ist damit Spiegel eines bereits bestehenden Gartens und seiner Sammlung – in Buchform überführt.

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